
Schweizer Badminton-Stars hautnah
mü. Der Shuttle Cup in Uster ist Jahr für Jahr einer der wichtigsten Gradmesser für die Form der Schweizer Badminton-Elite. In diesem Jahr findet das Turnier zum 20. Mal als Shuttle Cup statt. Als Nachfolgeturnier der Zürcher Stadtmeisterschaften kann der Shuttle Cup gar sein 50-Jahr-Jubiläum feiern und ist damit eines der traditionsreichsten Badminton-Turniere der Schweiz.
„Der Shuttle Cup ist immer etwas ganz Spezielles. Die ganze Schweizer Elite trifft sich in Uster. Die Stimmung ist immer ganz toll“, erinnert sich Lieselotte Blumer, die Europameisterin von 1980, über 50-fache Schweizermeisterin und damit erfolgreichste Schweizer Badminton-Spielerin aller Zeiten, an ihre aktive Zeit zurück. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Shuttle Cup ist gleich nach den Schweizermeisterschaften jedes Jahr einer der wichtigsten Gradmesser für die Form der Schweizer Elite.
Diese trifft nämlich am Shuttle Cup auf die stärksten ausländischen Spielerinnen und Spieler, die in der Schweizer Nationalliga ein Engagement haben.
2006 findet der Shuttle Cup zum 20. Mal unter diesem Namen statt. Begründet wurde diese Tradition unter dem Namen Stadtzürcher Badminton Meisterschaft, die 1956 – ein Jahr nach den ersten Schweizermeisterschaften - zum ersten Mal ausgetragen wurde und vom Ehepaar Erwin und Gertrud Oeler gewonnen wurde. Bis 1987 behielt das Turnier, das von der Interessengemeinschaft Stadt-Zürcherischer Badmintonclubs und später vom BC Sporting durchgeführt wurde, seinen Namen. Seit 1988 heisst es Shuttle Cup. Vor drei Jahren traten die Badminton Swiss Series, ein gemeinsames Projekt von sieben Deutschschweizer Badminton-Vereinen zur Förderung von Badminton als Breitensport, in die Fussstapfen des BC Sporting und übernahmen die Organisation des Turniers.
Thomas Wapp, der bisher erfolgreichste Schweizer Badminton-Spieler, Olympia-Teilnehmer 1996 in Atlanta und ehemalige Nummer 25 der Weltrangliste, tritt dabei bereits zum dritten Mal als OK-Präsident auf.
„Die Spieler sollen im Mittelpunkt stehen“, fasst er sein Konzept zusammen – ein Konzept, das zu funktionieren scheint. Immerhin gab es im letzten Jahr mit 110 Spielerinnen und Spielern einen Teilnehmerrekord zu verbuchen. Und da Badminton auf diesem Niveau auch äusserst spannende Matches für das Publikum produziert, kamen 2005 so viele Zuschauer wie noch nie nach Uster.
Als Ehrengast wird am diesjährigen Shuttle Cup Lieselotte Blumer in Uster erwartet. Sie hat nur beste Erinnerungen an dieses Turnier, begann doch hier ihre steile und ausserordentlich erfolgreiche Karriere. „Ich war 12 Jahre alt, als ich zum ersten Mal an den Stadtzürcher Meisterschaften teilnahm.
Und ich schlug gleich die Schweizer Meisterin Jose Carrel“, erinnert sich Blumer an das Jahr 1971. Zwar verlor sie damals den ersten Satz 11:1. Doch zu Beginn des zweiten Satzes gelang es ihr, einige Punkte zu machen. Carrel geriet ob der Tatsache, gegen einen so jungen Zwirbel Punkte abzugeben, derart aus dem Tritt, dass sie den zweiten und dritten Satz 1:11 und 1:11 gegen Blumer verlor. Ein Jahr später wurde Lieselotte Blumer Schweizermeisterin und blieb es bis 1987!
Am diesjährigen Shuttle Cup wird es bei den Damen vor allem darum gehen, ob es der Oberwalliserin Jeannine Cicognini als frischgebackener Junioren-Vize-Europameisterin gelingt, die Siegesserie von Maria Uvarova-Kasakova zu unterbrechen. Die Russin, die bei beim BC La Chaux-de-Fonds spielt, blieb nämlich in den letzten vier Finals ungeschlagen. In den Herren-Disziplinen stellt sich die grosse Frage, ob es wieder einmal einem Schweizer gelingt, nach den Siegen von Agung Ruhanda (SC Uni Basel) 2003, Leonard Holvy (BC Adliswil) 2004 und Yohanes Hogianto (BC Adliswil) 2005 die Indonesische Dominanz zu durchbrechen. Der Shuttle Cup findet am 21./22. Oktober im Sportcenter Blue Point in Uster statt. Die Spielerinnen und Spieler können sich ab dem 1. Juli anmelden.